Die Miniaturisierung gehört zu den prägenden Entwicklungen der modernen Industrieautomation. Bildverarbeitungsstationen werden immer kompakter, Werkzeuge am Roboterarm führen Kameras in immer engere Bauräume, und Maschinenbauer stehen vor der Aufgabe, leistungsfähige Beleuchtung dort zu integrieren, wo Standardbeleuchtungen schlicht nicht hineinpassen.
Die Serie DL3M von RODER ist die Antwort auf diese Aufgabe. Eine einzelne LED-Quelle mit hohem Lichtstrom in einem besonders flachen Gehäuse aus eloxiertem Aluminium, mit wechselbaren Richtlinsen für einen gebündelten Spot oder Opalglas für diffuse Mikro-Durchlichtanwendungen. Mehrere Einheiten lassen sich in Reihe verbinden und bilden so verteilte Beleuchtungsketten entlang komplexer Maschinengeometrien – mit präzise positioniertem Licht an jedem Prüfpunkt, ohne Halter, sperrige Gehäuse oder aufwendige Kabelführung.
Trotz der kompakten Abmessungen erfüllt der DL3M durchgehend industrielle Standards: HTTM-Wärmemanagement, vibrationsfeste M8-Steckverbinder sowie Blitz- und Overdrive-Fähigkeit für die Bildaufnahme bei hoher Geschwindigkeit. Entwickelt und gefertigt in Italien.
LED-Spotbeleuchtungen für industrielle Bildverarbeitungssysteme: technischer Leitfaden und Anwendungsübersicht
LED-Spotbeleuchtungen nehmen im Spektrum der Beleuchtungen für die industrielle Bildverarbeitung eine eigene Stellung ein. Anders als Balkenleuchten, Ringleuchten und Durchlichtflächen, die Sichtfelder von einigen zehn bis mehreren hundert Millimetern ausleuchten sollen, bündeln Spotbeleuchtungen eine hohe Lichtstärke auf einer kleinen, genau abgegrenzten Fläche. Diese konzentrierte Geometrie macht sie zur richtigen Wahl, wenn der Bauraum stark begrenzt ist, wenn mehrere einzelne Prüfpunkte unabhängig voneinander beleuchtet werden müssen oder wenn das Prüfobjekt so klein ist, dass eine Beleuchtung in voller Baugröße mechanisch unverhältnismäßig und optisch ineffizient wäre.
Die Serie DL3M von RODER ist gezielt für diese Anforderungen ausgelegt und verbindet eine Miniaturbauform mit vollwertiger industrieller optischer und mechanischer Leistung.
Einzelne Hochstrom-LED: optische Effizienz auf kleinstem Raum
Der DL3M ist um eine einzige LED-Quelle mit hohem Lichtstrom herum aufgebaut – eine bewusste Auslegung, die die Lichtstärke je Volumeneinheit maximiert. Mehr-LED-Arrays verteilen ihre Abstrahlung auf eine größere leuchtende Fläche; eine einzelne Quelle mit hohem Lichtstrom bündelt sie. In den kleinen Sichtfeldern, in denen Spotbeleuchtungen eingesetzt werden – typischerweise unter 30×30 mm –, liefert die Einzelquellen-Architektur am Objekt eine höhere wirksame Bestrahlungsstärke als eine gleich große Mehr-LED-Beleuchtung.
Die LED arbeitet über die gesamte Lebensdauer mit höchster Farbstabilität, unterstützt durch die firmeneigene HTTM-Wärmemanagementtechnik, die die Wärme auch im sehr kleinen Gehäusevolumen wirksam abführt. So werden Temperaturdrift und Farbverschiebung vermieden, die in kompakten Beleuchtungen mit häufig unterdimensioniertem Wärmemanagement die Prüfreproduzierbarkeit beeinträchtigen.
Wechselbare Optik: ein Gehäuse, zwei Funktionen
Ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal der Serie DL3M ist die wechselbare optische Konfiguration. Auf demselben mechanischen Gehäuse stehen zwei Optikvarianten zur Verfügung:
Richtlinsen bündeln die LED-Abstrahlung zu einem engen, gerichteten Strahl – die klassische Spot-Konfiguration für die direkte, lichtstarke Beleuchtung kleiner Merkmale. Erhältlich in mehreren Abstrahlwinkeln, passend zur jeweiligen Kombination aus Sichtfeld und Arbeitsabstand.
Der Opalglas-Diffusor ersetzt die Richtlinse und macht den DL3M zu einer Miniatur-Durchlichtquelle mit diffusem Licht. Diese Konfiguration ist besonders dort wertvoll, wo eine Standard-Durchlichtfläche baulich nicht integrierbar ist – etwa hinter einem transparenten Bauteil auf einem bewegten Träger oder zwischen zwei eng benachbarten mechanischen Elementen einer Montagevorrichtung.
Diese Doppelfunktion stellt praktisch zwei Beleuchtungstypen in einer einzigen Produktplattform bereit, vereinfacht die Ersatzteilhaltung und verringert die Zahl unterschiedlicher Komponenten im Aufbau einer komplexen Maschine.
Modulare Reihenverbindung: verteilte Beleuchtungsarchitektur
Der DL3M unterstützt die modulare Reihenverbindung: Mehrere Einheiten lassen sich mechanisch und elektrisch verketten und bilden so kundenspezifische Beleuchtungsanordnungen, verteilt über die Prüfgeometrie der Maschine. Damit wird eine häufige Herausforderung in Mehrstationen-Prüfsystemen gelöst: mehrere einzelne Punkte gleichzeitig, an unterschiedlichen Positionen und in unterschiedlicher Ausrichtung zu beleuchten, ohne Versorgung und Steuerleitungen zu jeder Beleuchtung einzeln zu führen.
Eine Reihenkette aus DL3M-Einheiten teilt sich einen einzigen Versorgungs- und Steueranschluss. Das verringert den Verdrahtungsaufwand und erübrigt mehrere Treiberkanäle. Die Kette lässt sich in beliebiger geometrischer Anordnung aufbauen – linear, L-förmig oder über den Maschinenrahmen verteilt – und bietet Systemintegratoren beim Entwurf komplexer Mehrpunkt-Prüfzellen größtmögliche Freiheit.
Hauptanwendungen
Prüfung von Elektronik und Mikroelektronik – Die Anwesenheitskontrolle von Bauteilen auf bestückten Leiterplatten, die Prüfung von Bonddrähten, die Kontrolle der Chipbefestigung und die Prüfung von Steckerkontakten erfordern lichtstarke Beleuchtung auf kleinen Flächen, wo sich Standardbeleuchtungen nicht platzieren lassen. Das kompakte Gehäuse des DL3M fügt sich direkt in Leiterplatten-Handlingvorrichtungen und SMT-Prüfstationen ein.
Bildverarbeitung am Roboterarm – Kameragestützte Roboterwerkzeuge in engen Bauräumen brauchen eine Beleuchtung, die dem Endeffektor möglichst wenig Gewicht und Volumen hinzufügt. Der DL3M wird über seine integrierten Befestigungspunkte direkt am Werkzeugkörper montiert; externe Halter entfallen und die Gesamtmasse am Armende sinkt.
Hochgeschwindigkeitsprüfung kleiner Teile – Verbindungselemente, Komponenten von Medizinprodukten, pharmazeutische Tabletten und präzisionsgedrehte Teile, die einzeln mit hohem Durchsatz geprüft werden, verlangen eine kompakte, lichtstarke Beleuchtung für sehr kurze Belichtungszeiten. Die Blitz- und Overdrive-Fähigkeit stellt sicher, dass der DL3M den für Belichtungen im Submillisekundenbereich nötigen Spitzenlichtstrom ohne thermische Belastung liefert.
Mehrpunkt-Prüfvorrichtungen – Montagekontrollstationen, in denen mehrere Bauteile gleichzeitig geprüft werden, profitieren von verteilten DL3M-Ketten: eine Einheit je Prüfpunkt, alle über einen einzigen Controller angesteuert.
Mikro-Durchlichtanwendungen – Wo eine Standard-Durchlichtfläche baulich nicht zugänglich ist, liefert ein DL3M mit Opalglas eine örtlich begrenzte Durchlichtbeleuchtung für kleine transparente Bauteile, flüssigkeitsgefüllte Fläschchen und miniaturisierte optische Elemente.
Hinweise zur Integration
Der DL3M ist für die Ansteuerung über einen externen Treiber ausgelegt. Er ist mit gängigen Blitzcontrollern der industriellen Bildverarbeitung kompatibel und unterstützt die PWM-Intensitätsmodulation zur präzisen Helligkeitsanpassung an verschiedene Prüfaufgaben derselben Maschine. Die direkte Gehäusemontage ohne externe Halter verkürzt die Installationszeit und vermeidet halterbedingte Schwingungen, die in hochdynamischen Roboteranwendungen die Bildschärfe beeinträchtigen können.
Der vibrationsfeste M8-Steckverbinder mit Verriegelung hält den elektrischen Kontakt unter der dauernden mechanischen Belastung durch Roboterbewegungszyklen und industrielle Schwingungen aufrecht und erfüllt damit die Zuverlässigkeitsanforderungen des 24/7-Produktionsbetriebs.
Für Reihenkonfigurationen mit mehreren Einheiten oder anwendungsspezifische optische Auslegungen bietet das technische Team von RODER Vision direkte Engineering-Unterstützung.

