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Konfigurationen mit polarisiertem Licht

Industrielle Bildverarbeitungsstation mit kreuzpolarisierter LED-Ringbeleuchtung und Kamera-Analysator, die spekulare Reflexe auf einer glänzend lackierten Automobilkarosserieoberfläche unterdrücken

Kreuzpolarisierte Bildaufnahme zur Unterdrückung spekularer Reflexe auf reflektierenden Oberflächen

  • Linearer Polarisator an der LED-Quelle plus orthogonaler Analysator an der Kamera blockieren die spekulare Komponente und erhalten das depolarisierte diffuse Signal.
  • Auslöschungsverhältnis 1000:1 typisch für Polarisatoren in Industriequalität — wirksame Reflexunterdrückung auf glatten dielektrischen Oberflächen.
  • Ideal für glänzende Kunststoffe, lackierte Metalle, lackierte Drucke, Glas- und Keramikoberflächen mit durch Spiegelung verdeckten Merkmalen.
  • Helligkeitsverlust von ca. 4x, systembedingt bei der Geometrie mit zwei Polarisatoren — ausgeglichen durch höhere LED-Leistung oder längere Belichtung.
  • Kombination mit Dom-, Flat-Dome- oder Koaxialgeometrien für maximale Wirksamkeit auf gekrümmten oder ebenen spekularen Prüfobjekten.
  • Unwirksam auf matten oder stark strukturierten Oberflächen, auf denen die diffuse Komponente ohnehin dominiert.

Konfigurationen mit polarisiertem Licht nutzen die Polarisationseigenschaften des Lichts, um spekulare Reflexe auf reflektierenden Oberflächen zu unterdrücken und Merkmale sichtbar zu machen, die unter Standardbeleuchtung verdeckt wären. Durch die Kombination eines linearen Polarisators an der Beleuchtung mit einem kreuzpolarisierten Analysator am Kameraobjektiv verwirft das System die polarisationserhaltende spekulare Komponente des reflektierten Lichts und behält nur die diffuse Komponente, die durch die Wechselwirkung mit der Prüfoberfläche depolarisiert wurde. Das Ergebnis ist ein reflexfreies Bild, das unter der Oberfläche liegende und kontrastarme Merkmale zeigt, die von spekularen Reflexionen verdeckt werden.

Funktionsprinzip der kreuzpolarisierten Bildaufnahme

Licht, das von einer glatten dielektrischen Oberfläche (Lack, Kunststoff, Glas, Keramik) reflektiert wird, behält die Polarisation des einfallenden Lichts bei. Licht, das an der rauen Mikrostruktur einer Oberfläche oder durch Wechselwirkung unterhalb der Oberfläche mit Pigmenten und Einschlüssen diffus gestreut wird, ist depolarisiert: Es enthält zufällige Polarisationskomponenten in alle Richtungen.

Ein Polarisator an der LED-Quelle polarisiert das emittierte Licht linear entlang einer bestimmten Achse. Das polarisierte Licht trifft auf das Prüfobjekt, wo es sich in eine spekulare Komponente, die die ursprüngliche Polarisation beibehält, und eine diffuse Komponente, die depolarisiert wird, aufteilt. Ein zweiter Polarisator am Kameraobjektiv, um 90 Grad zum ersten gedreht, blockiert die spekulare Komponente und lässt die Hälfte der depolarisierten diffusen Komponente durch. Das von der Kamera aufgenommene Bild enthält daher nur das diffuse Signal, während die spekularen Reflexe unterdrückt sind.

Polarisatoreffizienz und Bildqualität

Das Auslöschungsverhältnis der Polarisatoren (das Verhältnis der Transmission entlang der Durchlassachse zur Transmission entlang der Sperrachse) bestimmt die Wirksamkeit der Reflexunterdrückung. Lineare Polarisatoren in Industriequalität erreichen Auslöschungsverhältnisse von 1000:1 oder besser, was für die anspruchsvollsten Anwendungen ausreicht. Die Bildhelligkeit wird gegenüber unpolarisierter Beleuchtung um etwa den Faktor vier reduziert, da der Polarisator an der Quelle die Hälfte der LED-Emission und der Analysator die Hälfte des verbleibenden Signals absorbiert; die Kontrastverbesserung auf reflektierenden Oberflächen gleicht den Helligkeitsverlust jedoch aus.

Typische industrielle Anwendungen

Polarisiertes Licht ist unverzichtbar für die Prüfung glänzender Kunststoff-Spritzgussteile, bei denen Oberflächenfehler durch den Glanz hindurch erkannt werden müssen; für die Qualitätskontrolle lackierter Metallteile in der Automobil- und Konsumgüterindustrie; für die Verifizierung beschichteter optischer Komponenten auf Kratzer und Verunreinigungen durch die Schutzschicht hindurch; für die Prüfung laminierter und lackierter Druckerzeugnisse, bei denen der Glanzlack sonst die gedruckten Details verdecken würde; für das Lesen von Codes und Etiketten auf stark reflektierenden Substraten; für die Qualitätskontrolle glänzender Pharmaverpackungen; für die Prüfung von Glas- und Keramikoberflächen auf Einschlüsse und Blasen; und für jede Anwendung, bei der spekulare Reflexe der Prüfoberfläche die interessierenden Merkmale verdecken. Polarisierte Varianten werden im Rahmen des Portfolios kundenspezifischer LED-Beleuchtungen entwickelt.

Auswahlkriterien und Konstruktionsüberlegungen

Das Polarisatormaterial muss für den Betriebswellenlängenbereich ausgewählt werden. Standard-Kunststoffpolarisatoren (typischerweise eine dichroitische Folie zwischen schützenden Acrylplatten) decken den sichtbaren Bereich mit hoher Effizienz ab. Polarisatoren für den UV-Bereich erfordern spezielle Materialien wie Drahtgitter- oder Kristallpolarisatoren. NIR-Polarisatoren müssen ausdrücklich für die Betriebswellenlänge spezifiziert sein, um Effizienzverluste außerhalb des sichtbaren Bereichs zu vermeiden.

Die Ausrichtung der beiden Polarisatoren muss für eine maximale Unterdrückung der spekularen Komponente exakt orthogonal (90 Grad) sein. Jede Fehlausrichtung verringert das Unterdrückungsverhältnis und lässt ein spekulares Restsignal zur Kamera gelangen. Polarisierte Beleuchtungen in Industriequalität enthalten Polarisatoren mit fester, ab Werk präzise ausgerichteter Orientierung, was die Integration vereinfacht.

Diffuse und koaxiale polarisierte Konfigurationen

Polarisiertes Licht wird am häufigsten in Kombination mit Dom-, Flat-Dome- und Koaxialbeleuchtungen eingesetzt, bei denen die diffuse oder spekulare Natur der Beleuchtung auf unterschiedliche Weise mit der Polarisationsunterdrückung zusammenwirkt. Polarisierte Domkonfigurationen bieten maximale Reflexunterdrückung auf gekrümmten reflektierenden Oberflächen, während polarisierte Koaxialkonfigurationen für ebene spekulare Prüfobjekte wie Leiterplatten und gestanzte Bleche bevorzugt werden. Beide Ausführungen sind in den Familien der LED-Flat-Dome-Beleuchtungen und der LED-Ringbeleuchtungen als Varianten mit Polarisationsoption verfügbar.

Integration und Grenzen

Polarisierte Beleuchtungen werden genauso integriert wie unpolarisierte Versionen, mit dem zusätzlichen Schritt, den kameraseitigen Analysator korrekt zum Quellpolarisator auszurichten. Viele industrielle Beleuchtungen enthalten integrierte Polarisatoren als Werksoption, was die Integration vereinfacht und eine korrekte Ausrichtung sicherstellt.

Die wesentliche Einschränkung polarisierter Beleuchtung ist der Helligkeitsverlust, der das Signal-Rausch-Verhältnis gegenüber unpolarisierter Beleuchtung verringert. Dieser Verlust wird in der Regel durch höhere LED-Leistung oder längere Belichtung ausgeglichen – beides akzeptable Kompromisse angesichts der Kontrastverbesserung auf reflektierenden Prüfobjekten.

Die andere Einschränkung ist die Wellenlängenabhängigkeit der Polarisatoreffizienz, die bei Weißlichtanwendungen leichte Farbverschiebungen verursachen kann. Für farbkritische Prüfungen werden über den gesamten sichtbaren Bereich kalibrierte Neutraldichte-Polarisatoren empfohlen. Für monochromatische Anwendungen ist dieser Aspekt nicht relevant. Polarisiertes Licht ist auf glatten spekularen Oberflächen am wirksamsten; auf stark strukturierten oder matten Oberflächen dominiert ohnehin die diffuse Komponente, und die Polarisation bringt nur geringen zusätzlichen Nutzen.

Polarisierte LED-Beleuchtungen von RODER Vision

RODER Vision entwickelt anwendungsspezifische polarisierte LED-Beleuchtungen mit werkseitig ausgerichteten Quellpolarisatoren für die industrielle Bildverarbeitungsprüfung glänzender und spekularer Oberflächen.

Die polarisierte Prüfung auf Hochgeschwindigkeitslinien erfordert einen synchronisierten Pulsbetrieb — der RODER-Katalog umfasst dedizierte LED-Treiber und elektronische Controller, die mit industriellen Bildverarbeitungssteuerungen und SPS kompatibel sind.