Startseite —> Technologie —> Formfaktor und mechanische Gehäuseausführung —> Wärmemanagement und Wärmeableitung

Wärmemanagement und Wärmeableitung

Industrielle LED-Beleuchtung mit eloxiertem Aluminium-Kühlkörper und rückseitigem Lüfter zur Zwangskühlung, der eine stabile Sperrschichttemperatur für den Langzeitbetrieb gewährleistet

Passive Kühlkörper, aktive Kühlung und Leistungsreduzierung zur Gewährleistung der Lebensdauer und Lichtstromstabilität von LEDs

  • 50–70 % der Eingangsleistung von LEDs werden als Wärme abgegeben – eine effektive Kühlung der Sperrschicht ist für einen zuverlässigen Betrieb unerlässlich.
  • Der Wirkungsgrad von LEDs sinkt um ca. 1 % pro 5–10 °C Anstieg der Sperrschichttemperatur; die Lebensdauer halbiert sich pro +10 °C über der Nennwerttemperatur.
  • Eloxierte Aluminium-Kühlkörper mit Metallkern-Leiterplatten und Wärmeleitpaste sind der Industriestandard.
  • Für den Dauerbetrieb mit hohem Lichtstrom sowie den Overdrive-Betrieb ist eine Zwangsluftkühlung erforderlich; Lebensdauer des Lüfters: 50.000–100.000 Stunden.
  • Eine Leistungsreduzierung auf 80 % des Nennwerts senkt die Leistungsaufnahme um 36 % und verlängert die Lebensdauer der LED um das 2- bis 4-Fache.
  • In allen Produktionsanlagen sind thermische Schutzschaltungen vorgeschrieben, um einen Durchbruchfehler zu verhindern.

Das Wärmemanagement ist einer der kritischsten und am meisten unterschätzten Aspekte bei der Konstruktion von LED-Beleuchtungseinheiten. Die optische Effizienz, die langfristige Lichtstärkestabilität und die Lebensdauer jeder einzelnen LED hängen in hohem Maße von der Sperrschichttemperatur ab, die wiederum durch die vom Betriebsstrom erzeugte Wärme sowie durch den Wärmepfad zwischen der Sperrschicht und der Umgebung bestimmt wird. Ein effektives thermisches Design ist für einen zuverlässigen industriellen Betrieb und für eine vorhersehbare Inspektionsleistung über Jahre des Dauereinsatzes unerlässlich.

Warum die Sperrschichttemperatur von Bedeutung ist

Jede LED wandelt einen Teil der zugeführten elektrischen Leistung in optische Strahlung um, während der Rest als Wärme an der Sperrschicht abgegeben wird. Typische industrielle LEDs weisen einen Wirkungsgrad von 30 bis 50 Prozent auf, was bedeutet, dass 50 bis 70 Prozent der Eingangsleistung als Wärme abgeführt werden müssen. Ohne wirksame Kühlung steigt die Sperrschichttemperatur rasch an, bis sie ein thermisches Gleichgewicht erreicht, das durch den Wärmeabfuhrweg zur Umgebung bestimmt wird.

Der Wirkungsgrad der LED nimmt mit steigender Sperrschichttemperatur ab, und zwar je nach LED-Typ annähernd linear mit einem Koeffizienten von einem Prozent Verlust pro 5 bis 10 Grad Celsius. Die Lebensdauer der LED, definiert als die Zeit bis zum Erreichen von 70 Prozent der ursprünglichen Lichtstärke, halbiert sich in etwa mit jedem Anstieg der Sperrschichttemperatur um 10 Grad Celsius über die Nennbetriebstemperatur hinaus. Ein effektives Wärmemanagement wirkt sich daher unmittelbar sowohl auf den Wirkungsgrad als auch auf den Wartungsplan des Inspektionssystems aus.

Passive Kühlung mit Kühlkörpern

Der gängigste Ansatz für das Wärmemanagement bei industriellen LED-Beleuchtungseinheiten ist die passive Kühlung mittels Aluminiumkühlkörpern. Das LED-Array ist auf einer Leiterplatte mit Metallkern montiert, die wiederum mit einem Kühlkörper mit hoher Wärmeleitfähigkeit verschraubt ist. Der Kühlkörper leitet die von den LEDs erzeugte Wärme durch natürliche Konvektion und Strahlung an die Umgebungsluft ab. Dies ist der Standardansatz für das Wärmemanagement in den Produktfamilien der LED-Ringleuchten, LED-Leuchtleisten und LED-Panel-Leuchten.

Die Größe des Kühlkörpers richtet sich nach der durchschnittlichen Verlustleistung des LED-Arrays, der Umgebungstemperatur und der Ausrichtung der Kühlrippen. Bei LED-Beleuchtungen in Industriequalität wird die maximale Umgebungstemperatur für den Dauerbetrieb angegeben, die in der Regel zwischen 40 und 50 Grad Celsius liegt; bei Überschreitung dieser Grenze kann eine aktive Kühlung oder eine Strombegrenzung erforderlich sein.

Kühlkörperkonstruktion und Oberflächenbehandlung

Bei der Konstruktion von Kühlkörpern wird ein Gleichgewicht zwischen der Oberfläche (eine größere Oberfläche verbessert die Konvektion) und dem Luftstrom (dichtere Lamellen verringern den Luftstrom) hergestellt. Kühlkörper aus eloxiertem Aluminium verbinden Korrosionsbeständigkeit mit guter Wärmeabstrahlung und gewährleisten so eine zuverlässige Leistung in industriellen Umgebungen. Die Befestigungsfläche zwischen der LED-Leiterplatte und dem Kühlkörper muss mit einem Wärmeleitmaterial (Wärmeleitpaste, Wärmeleitpads oder Lötzinn) versehen sein, um den Wärmewiderstand zu minimieren.

Aktive Kühlung für Hochleistungsanwendungen

Hochleistungs-LED-Beleuchtungseinheiten, insbesondere für den Dauerbetrieb bestimmte Hochfluss-Panels und Overdrive-Systeme, erfordern unter Umständen eine aktive Kühlung, um sichere Übergangstemperaturen aufrechtzuerhalten. Zu den Methoden der aktiven Kühlung zählen die Zwangsluftkühlung mit Axial- oder Radialventilatoren, die Flüssigkeitskühlung mit zirkulierendem Kühlmittel sowie die thermoelektrische Kühlung mittels Peltier-Elementen. Aktiv gekühlte Hochleistungsbaugruppen werden in der Regel im Rahmen des Portfolios „Custom LED-Beleuchtung“ entwickelt.

Die Zwangsluftkühlung ist die gängigste und kostengünstigste aktive Kühllösung, bei der Lüfter in den Gehäusekörper der Beleuchtungseinheit integriert sind. Der Lüfter läuft entweder im Dauerbetrieb oder im temperaturgesteuerten Modus, wobei die Lüfterdrehzahl so angepasst wird, dass eine Soll-Gehäusetemperatur aufrechterhalten wird. Die Zuverlässigkeit der Lüfter ist in industriellen Umgebungen von entscheidender Bedeutung; ihre Lebensdauer wird in der Regel mit 50.000 bis 100.000 Stunden angegeben.

Strategien zur Strombegrenzung (Derating)

Eine Alternative zur aktiven Kühlung ist die Strombegrenzung: Dabei wird der Betriebsstrom der LED unter den Nennwert gesenkt, um die Verlustleistung zu begrenzen. Eine Begrenzung auf 80 Prozent des Nennstroms reduziert die Verlustleistung um 36 Prozent und die Sperrschichttemperatur in der Regel um 20 bis 30 Grad Celsius, wodurch sich die Lebensdauer der LED um den Faktor zwei bis vier verlängert. Die Leistungsreduzierung ist besonders nützlich für Anwendungen, bei denen die Anforderungen an die Lichtstärke moderat sind und die Lebensdauer der LED der entscheidende Kostenfaktor darstellt; sie lässt sich über die Dimmfunktionen der im Katalog aufgeführten LED-Treiber und elektronischen Steuerungen umsetzen.

Auswahlkriterien und Designüberlegungen

Die thermische Auslegung beginnt mit der Berechnung der Verlustleistung der LED unter den ungünstigsten Betriebsbedingungen. Die erforderliche Größe des Kühlkörpers bzw. die Entscheidung für eine aktive Kühlung richtet sich nach der Verlustleistung, der maximalen Umgebungstemperatur und der maximal zulässigen Sperrschichttemperatur.

LED-Beleuchtungen in Industriequalität verfügen über thermische Schutzschaltungen, die die Gehäuse- oder Sperrschichttemperatur überwachen und den LED-Strom reduzieren oder die Beleuchtungseinheit abschalten, falls die Temperatur die sicheren Grenzwerte überschreitet. Diese Schutzschaltungen sollten in allen Produktionsanlagen aktiviert sein, um Schäden durch unerwartete thermische Bedingungen zu verhindern.

Integration und Grenzen

Das Wärmemanagement ist ein wesentlicher Bestandteil der Konstruktion der LED-Beleuchtung und wird vom Systemintegrator in der Regel nicht gesondert spezifiziert. Die Installationsbedingungen (Umgebungstemperatur, Belüftung, Wärmeabgabe der umgebenden Geräte) müssen jedoch mit den thermischen Spezifikationen der Beleuchtungseinheit vereinbar sein. Bei Installationen in beengten Schränken oder geschlossenen Kammern kann eine zusätzliche Belüftung oder Klimatisierung erforderlich sein.

Die wesentliche Einschränkung der passiven Kühlung liegt in der maximalen Dauerleistung, die abgeführt werden kann; diese wird durch die Größe des Kühlkörpers und die Umgebungstemperatur bestimmt. Für Anwendungen, die eine höhere Dauerleistung erfordern, ist die aktive Kühlung die einzige praktikable Lösung, mit den damit verbundenen Auswirkungen auf Kosten und Zuverlässigkeit. Die wesentliche Einschränkung der aktiven Kühlung ist die Abhängigkeit vom Kühlsystem: Ein Ausfall des Lüfters oder ein Kühlmittelverlust kann zu einer raschen thermischen Beschädigung der LEDs führen, weshalb eine Temperaturüberwachung und ein Überhitzungsschutz in allen aktiv gekühlten Anlagen zwingend erforderlich sind.

RODER Vision – LED-Wärmemanagementlösungen

RODER Vision sorgt im gesamten Sortiment der LED-Beleuchtung für ein optimales Wärmemanagement durch eloxierte Aluminium-Kühlkörper, optionale aktive Kühlung und thermische Schutzschaltungen, die auf die Anforderungen des industriellen Dauerbetriebs abgestimmt sind.

Anlagen mit Wärmemanagement erfordern abgeschirmte Verkabelung und eine zuverlässige mechanische Befestigung – der RODER-Katalog umfasst Kabel in Industriequalität sowie Befestigungssysteme, die für Dauerbetriebstemperaturen ausgelegt sind.